Sanierung des Frankfurter Doms

Sicheres Arbeiten an historischer Bausubstanz

Frankfurt/Main (ABZ). – Frankfurt am Main verbindet man heute in erster Linie mit dem Themenkomplex Finanzen – Banken – Börse. Doch diese zeitgenössischen Assoziationen lassen ganz andere, historische Aspekte dieser Stadt leicht in denHintergrund treten. Lange bevor die Paulskirche 1848 als Versammlungsort des ersten demokratischen, gesamtdeutschen Parlaments in die Geschichtsbücher einging, machte sich bspw. der auch „Kaiserdom zu Frankfurt“ genannte Dom St. Bartholomäus einen gewichtigen Namen dadurch, dass dort seit 1356 die Deutschen Könige gewählt und ab 1562 die Kaiser des „Heiligen Römischen Reichs“ gekrönt wurden. Bereits 1239 wurde mit dem Bau des gotischen Bartholomäus-Doms begonnen – immerhin neun Jahre vor Baubeginn des Kölner Doms. Vorher standen an gleicher Stelle bereits drei ältere Frankfurter Sakralbauten, von denen die älteste Kirche aus dem 7. Jh. stammt. Vollendet wurde der Dom in seiner heutigen Gestalt im Jahr 1867 mit Abschluss des nach Originalplänen komplettierten Westturms, der bis dahin knapp 350 Jahre mit einer aus Geldmangel geborenen Notkuppel auskommen musste – nichts hält so lange wie ein Provisorium.

5250 m² Rux Gerüst verbaut

Seit Anfang 2014 wird der Dom St. Bartholomäus saniert. Für die Restaurierung der Natursteinwände und Fenster sowie die Dachsanierung holte die Stadt Frankfurt die Spezialisten von der BSB Bau- und Spezialgerüstbau GmbH aus Schmöllnins Boot, die bereits vielfältige Erfahrung in Sachen Denkmalsanierung vorweisen konnten. Für den Zugang zu allen Teilen des Daches wurden neben sechs Treppentürmen auch drei Personen- und Lastenaufzüge verwendet, die beim Materialtransport für 4500 m² Modulgerüst Rux Variant und 750 m² Fassadengerüst Rux Super des Hagener Herstellers scafom-rux zum Einsatz kamen. Für die Bearbeitung der sehr steilen Dachflächen wurden zusätzlich spezielle Plattformkonsolen aus Stahlprofilen hergestellt. Diese wurden an den Längsträgern aufgehangen und an die speziell gefertigten Stahlbaukonstruktionen im Bereich der Firste aufgelagert. Die Plattformkonsolen werden mit langen Ketten an den Längsträgern aufgehangen und sind mittels Turmdrehkran versetzbar. Somit können die gesamten Dachflächen bearbeitet werden. Für eine zerstörungsfreie Auflagerung auf die Dachflächen wurden die Plattformkonsolen mit entsprechenden Bürsten bestückt. Um die Überbrückung von Anbauten und Walmdächern zu gewährleisten, wurden darüber hinaus zahlreiche Stahlträger unterschiedlichster Abmessung, von HEB 160 über HEB 300 bis HEB 400, eingesetzt. Zur Absicherung wurden ca. 3000 m² Strahlschutznetze B1 verbaut. Während der gesamten Bauzeit waren zwischen vier und sechs Mitarbeiter vor Ort. Die Sanierung des Doms ist veranschlagt bis Ende 2019 – dann soll das 780-jährige Bauwerk wieder in vollem Glanz erstrahlen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Marcus Nachbauer ist Präsident des Bundesverbandes Gerüstbau und der Bundesinnungsmeister für das Gerüstbauer-Handwerk

Neue TRBS 2121 ist aus unserer Sicht nicht praxistauglich

Wie Betriebe Beschäftigte vor einem Absturz von Gerüsten schützen müssen, steht in der Technischen Regel für Betriebssicherheit (TRBS) 2121. Die Neufassung dieser Regel sorgt seit geraumer Zeit für Aufruhr in der Gerüstbaubranche. Geschäftsführerin Sabrina Luther und Präsident Marcus Nachbauer im Interview mit ABZ-Chefredakteur Robert Bachmann.

weiterlesen

Stattliche 40 m über dem Eingangsbereich thront der Sängersaal direkt unter dem Dach des Schlosses und das gesamte Plettac Gerüst ruht auf Lastverteilungsbalken,

Plettac Modulgerüst im Schloss Neuschwanstein

Hohenschwangau (ABZ). – 1,5 Mio. Besucher, bis zu 10 000 pro Tag, aus aller Herren Länder kommen Jahr für Jahr ins oberbayerische Hohenschwangau bei Füssen. Seine Weltberühmtheit verdankt der 300-Einwohner-Ort dem Märchenschloss von König Ludwig II. Hand an das vor majestätischer Alpenkulisse prunkende Schloss Neuschwanstein legen zu dürfen, bedeutet fast so etwas wie einen Ritterschlag für Handwerksunternehmen. Im Sängersaal stehen 22 t plettac contur Modulgerüst, millimetergenau eingepasst und gespickt mit raffinierten Sonderlösungen von Fleck Gerüstbau aus Koblenz. Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor war das Schloss schon zu seinen Bauzeiten. 1869 begannen die […]

weiterlesen

Ein Layher Standgerüst war bei der Sanierung der mehr als 300 m langen Magdalena-Brücke weder technisch möglich noch wirtschaftlich sinnvoll

Sicheres Arbeiten in 60 Metern Höhe mit Layher Gerüst

Der Bau der über 300 m langen Magdalena-Brücke über den Fluss Saane war für Fribourg von strategischer Bedeutung, um die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons an das nationale Verkehrsnetz anzubinden.

weiterlesen