Stadionsanierung im Signal Iduna Park Dortmund

Befahranlagen sichern Arbeiten ab

Dortmund (ABZ). – Die Fußball-Bundesliga macht Sommerpause – der BVB Dortmund nutzt die Zeit, mit der Sanierung seines „Wohnzimmers“ zu starten. Das Stadion „Signal-Iduna-Park“ wurde Anfang der 1970er-Jahre für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 errichtet und im Laufe der Zeit mehrfach aus- und umgebaut. Heute finden 81 365 Zuschauer Platz im Stadion. Die letzte Ausbaustufe liegt 15 Jahre zurück. Damals wurden die vier Stadionecken geschlossen und die acht außengeführten, leuchtend gelben Stahlpylone (zwei in jeder Himmelsrichtung), die weit über das Dach hinausragen und von weithin sichtbar sind, errichtet. Mittlerweile haben die gewaltigen ca. 70 m hohen Pylone Rost angesetzt und müssen saniert werden, damit sie gegen Korrosion und Witterungseinflüsse geschützt sind, ihre Tragfähigkeit erhalten bleibt und sie wieder in leuchtendem Gelb strahlen.

Renovierungarbeiten vor dem Start der Bundesliga-Saison 2018/19

In der Sommerpause 2018 und 2019 werden jeweils vier Pylone und vier Querriegel saniert. Im Zuge dieser Maßnahme wird die Oberfläche mit Wasser im Hochdruckverfahren gereinigt und schadhafte Stellen werden ausgebessert. Im Anschluss wird der Stahlkörper im Airless Verfahren neu beschichtet. Das Sanierungskonzept sieht umfangreiche Schutzmaßnahmen vor: die Ausführung der Arbeiten erfolgt ausschließlich nach Erstellung einer individuellen Gefährdungsbeurteilung sowie unter Berücksichtigung eines verbindlichen Flucht- und Rettungsplanes.

Gerüste und Befahranlagen

Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH wurde von Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA mit der Einrüstung aller acht Pylone sowie mit der Stellung von zwei Befahranlagen und Hubsteigern einschließlich der gesamten Baustelleneinrichtung für alle Gewerke für die sichere Ausführung der Arbeiten beauftragt. Hierfür wurden zunächst zwei Pylone komplett eingerüstet. Nach der Sanierung der ersten beiden Pylone werden die Gerüste und Befahranlagen vom ersten zum dritten sowie vom zweiten zum vierten Pylon umgebaut. In der Bundesliga-Sommerpause 2019 werden dann die nächsten vier Pylone bearbeitet.

Arbeitsgerüst mit Stahlbelägen

Die Arbeitsgerüste werden jeweils beidseitig an den Pylonen mit Gerüstbelägen aus Metall errichtet und weisen eine Höhe von 68 m auf. Ihre Verankerung erfolgt seitlich am Bauwerk bzw. den Betondecken. Unterhalb des Gerüstes auf dem Stadiondach wird zur Ableitung der vertikalen Lasten in die Dachkonstruktion zusätzlich eine Stahlkonstruktion montiert. Im gesamten Bereich der Gerüstkonstruktion wird von der ersten Ebene bis zur Dachfläche jeweils ein innenliegender Leitergang mit Etagenleitern pro 2 m Gerüstfeldhöhe eingerichtet. Im Bereich von der Dachfläche bis zur Oberkante des Pylons wird außerdem ein Gerüst-Treppenturm mit 0,6 m Laufbreite in das Arbeitsgerüst integriert. Zum Schutz vor herabfallenden Gegenständen werden alle Gerüste vollständig mit Netzen verkleidet. Für Materialtransporte wird je Pylon zusätzlich ein Personen- und Lastenaufzug installiert.

Die beiden Befahranlagen werden mit einer Seilverankerung am oberen Pylongerüst befestigt. Die Anlagen ermöglichen die Ausführung der Beschichtungs- und Korrosionsschutzarbeiten insbesondere an den schwer zugänglichen Stellen im Bereich der schräg geneigten Pylonrohre. Die Teupe-Befahranlagen sind gemäß Maschinenrichtlinie konzipiert und nach Baumusterprüfung und CE-Kennzeichnung abgenommen.

Der Auftragsumfang der Firma Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH umfasst sämtliche Leistungen einschließlich der Ausführungsplanung, Konstruktion, Baustelleneinrichtung mit Personen- und Materialcontainern und einer Kabelbrücke, Montage und Demontage der Gerüste, Aufzugsanlagen, Treppentürme und Befahranlagen inkl. der technischen Bearbeitung sowie Erstellung der Ausführungszeichnungen im hauseigenen technischen Büro. Die Detail- und Werkstattplanung für die aufwendige Stahlbau-Abfangkonstruktion für die Pyloneinrüstungen über den Dachflächen mit Profilen bis HEB-450 erfolgte einschließlich der Durchführung aller Werkstattarbeiten über die Schwestergesellschaft Teupe GmbH, Abteilung Stahlbau, im eigenen Hause.

Mit den Sanierungsarbeiten wurde im Mai 2018 begonnen, die Fertigstellung der Maßnahme ist für August 2019 geplant.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Mit rund 10 000 m² ist das MAC-Forum am Airport München die größte überdachte Freifläche Europas

Unten Schutzgerüst – oben Arbeitsgerüst

Mitte des Jahres verwandelte sich das Areal des MAC-Forums am Airport München in eine große Baustelle. Die Konstruktion, die die Freifläche überspannt, wird aufwändig saniert. Mit rund 10 000 m² ist das MAC-Forum am Airport München die größte überdachte Freifläche Europas. Auf diesem Gelände werden vom Flughafen München ganzjährig zahlreiche Events aller Art ausgerichtet. Große Anziehungskraft üben zum Beispiel Public-Viewing-Veranstaltungen rund um große Fußballereignisse aus.

weiterlesen

Die ursprüngliche Verantwortung für die baustellenspezifischen und gewerkeübergreifenden Arbeitsschutzmaßnahmen liegt nach der Baustellenverordnung immer beim Bauherrn

Auswirkungen der TRBS 2121-1 auf die Baustellenpraxis

Mit der Neufassung wird für alle Baubeteiligten sichtbar, warum das Thema der sicheren Höhenarbeit alle Baubeteiligten betrifft – ob Bauherr, Architekt, Gerüstnutzer oder den Ersteller eines Gerüstes. So trägt der Bauherr nach der Baustellenverordnung (BaustellV) generell die übertragbare Gesamtverantwortung für die Sicherheit auf „seiner“ Baustelle. Den vom Bauherren beauftragten Architekten beziehungsweise Bauunternehmern sollte deshalb bei der Vergabe von Gerüstbauarbeiten bewusst sein, dass die Folgen der Neufassung der TRBS 2121-1 in der Regel für den Auftragnehmer einen gesteigerten Aufwand bedeute, der logischerweise zu einem erhöhten Vergütungsanspruch führt. Denn um die geschuldete […]

weiterlesen

Holger Budroweit empfiehlt Gerüstbauunternehmern dringend, sich mit den Inhalten der TRBS 2121-1 auseinanderzusetzen.

TRBS 2121-1 als Chance sehen

Seit dem Inkrafttreten der Neufassung der Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS 2121-1) am 11. Februar 2019 sind inzwischen einige Monate vergangen. Die überarbeiteten, für den Gerüstbau relevanten Regelungsinhalte haben für viele Irritationen und Diskussionen in der Branche gesorgt. Als staatliche Regel konkretisiert die TRBS 2121-1 die allgemeinen Arbeitsschutzvorschriften der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), indem sie erhöhte Anforderungen an den Arbeitsschutz bei der Verwendung von Gerüsten aufstellt.

weiterlesen