Wetterschutz dank Layher Kederdach

Gesamtsanierungsauftrag einer Kompostierungsanlage übernommen

Ende 1994 wurde die größte Kompostierungsanlage im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Betrieb genommen. Das Kompostwerk in Semd, mit der 2100 m² großen Rottehalle, ist extremen klimatischen Bedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit (100 %) und Temperaturen von 40 bis 50 °C, in Verbindung mit wasserdampfgetragenen Säuren und basischen Zersetzungsprodukten, ausgesetzt. Pro Jahr werden in dieser Halle ca. 20 000 t Bioabfall unter definierten Luft-und Feuchtigkeitsbedingungen zu Frischkompost verarbeitet. Nach der Absiebung wird dieser Kompost als qualitätsgesicherter Humus- und Nährstoffdünger mit RAL-Gütesiegel in der Landwirtschaft eingesetzt. Eine Sanierung nach fast 25-jähriger Nutzungszeit war unumgänglich, die Stahlbau-Skelettkonstruktion und die Außenhülle waren z. T. stark korrodiert.

Nach vorausgegangener Öffentlicher Ausschreibung erhielt die Firma Ingenieur-Gerüstbau Bender GmbH aus Lampertheim den Auftrag zur Gesamtsanierung des Kompostwerkes Semd.

Die Firma Bender in Lampertheim hat eine 100%ige Tochtergesellschaft, die Bender Ingenieurbau GmbH Dach- und Fassadentechnik mit Sitz in Worms. Im Juni letzten Jahres wurde der Grundstein für die Übernahme eines führenden Dach- und Holzbau-Unternehmens in Worms durch Firma Bender gelegt. Aus diesem entstand nicht nur ein spezialisiertes Flachdachunternehmen für ansässige Industrieunternehmen, sondern auch ein Sanierungsunternehmen für Dach- und Fassadentechnik. In Ergänzung zur Firma Bender in Lampertheim, die bundesweit vorwiegend Gerüstarbeiten bei Sanierungen und Sonderkonstruktionen im Denkmalschutz für öffentliche Auftraggeber ausführt, bildet das Tochterunternehmen das ergänzende Pendant zur Durchführung komplexer Sanierungsmaßnahmen. Auch bei den Projektplanungen (z. B. Tragwerksplanung Gerüste/Dach- und Fassadenplanung) ergeben sich größere Vorteile für Bauherren. Die synergetische Zusammenarbeit beider Firmen ermöglicht Ausführungen von größeren Objekten, die üblicherweise von Generalunternehmen übernommen werden.

Auftragnehmer der Gesamtsanierung in Semd ist die Ingenieur-Gerüstbau Bender GmbH in Lampertheim-Hofheim, als Nachunternehmer sitzt die Bender Ingenieurbau GmbH Dach-und Fassadentechnik aus Worms mit im Boot. Üblicherweise ist die umgekehrte Gewerke-Konstellation wohl die in der Praxis bekanntere Version.

Beide Firmen übernehmen ca. 65 % des gesamten Sanierungsauftrages, nur die Gewerke Korrosionsschutz und Beschichtungsarbeiten sowie die Herstellung der Stahlbauteile und die Lieferung des verfahrbaren Wetterschutzdaches wurden von Firma Bender an leistungsstarke Nachunternehmer vergeben (Korrosionsschutz Firma Massenberg Essen, Wetterschutzdach Spanier & Wiedemann Longoich, Teilabschnitt Gerüstbau Schimmer Darmstadt).

Layher Allround Modulgerüst als Grundlage

Zunächst wurde die komplette Rottehalle entkernt, so dass nur noch das Stahlbauskelett zu sehen war. Hier begann die eigentliche Arbeit des Gerüstbauers, es erfolgte die Einrüstung des Bauwerkes außen und innen mit dem Allroundgerüst der Firma Layher. Weiterhin wurde, für die Korrosionsschutzarbeiten sowie die Beschichtungsarbeiten, ein verfahrbares Wetterschutzdach (Layher XL-Kederdach als Satteldach) in vier unabhängig voneinander verschiebbaren Teileinheiten (L = 7,71 m x 18 m) gemäß den vorgesehenen Arbeitsschritten eingebaut. Um die Spannbreite der verschiebbaren Dacheinheiten zu verringern und eine „per-Hand-Verschiebung“ zu ermöglichen, wurde zwei parallel zueinander angeordnete Satteldächer montiert, die jeweils außen an den Hallenlängsseiten und in Hallenmitte im Bereich des Oberlichtes auf dem Modulgerüst aufgelagert wurden. Das Modulgerüst in Hallenmitte wurde unter dem Oberlicht so angeordnet, dass einerseits die Auflagerung und Lastableitung des Satteldaches sowie die Dachentwässerung über eine Sonderanfertigung (verschiebbare Dachrinne b = 0,9 m) montiert werden konnte und andererseits nach den Stahlbau- und Beschichtungsarbeiten die Neueindeckung der Dachfläche möglich war. Weiterhin gestalteten sich die ursprünglich vorgesehenen Stahlbauarbeiten im Bereich der Pfetten (U-Träger-140) umfangreicher als zunächst in der Ausschreibung vorgesehen. Durch Normänderungen bzw. Änderungen der Nutzlasten des Sicherheitskonzeptes mussten aus statischen Gründen HEA-180-Träger als neue Pfetten (ca.35t) sowie HEA-240-Profilträger zur statischen Ertüchtigung der Giebelseiten durch den Gerüstbauer eingebaut werden. Als Unterstützung dienten zwei Hochbaukräne, die während der Bauzeit versetzt wurden, um einen schnellen wirtschaftlichen Montageeinsatz für die Gerüstbauer und Dachdecker zu gewährleisten. Auch logistisch was es eine Herausforderung unter beengten Baustellenverhältnissen die Dach- und Trapezbleche mit Längen von 17 m von der Baustelleneinrichtung zur Einbaustelle zu bewegen.

Arbeitssicherheit durch Innengerüste

Ein Höchstmaß an Arbeitssicherheit wurde durch die Innengerüste 22 500 m² mit 3-fach abgestufter Arbeitsplattform gewährleistet. Ursprünglich sollten hier analog zu den verfahrbaren Dacheinheiten verfahrbare Gerüstplattformen eingebaut werden. Durch die enge zeitliche Taktung der Gewerke Korrosionsschutz – Beschichtung – Stahlbau – Dachbau – Montage Zuluft-/Abluftleitungen –Einbau Oberlicht mit den gewerkespezifischen Nutzungsbesonderheiten der Gerüstplattformen entschied man sich kurzerhand zur Kompletteinrüstung des Innenraumes. Dadurch konnten nach den Beschichtungsarbeiten sehr viele Montagearbeiten parallel ausgeführt werden, was den zeitlichen Ablauf und die vom Auftraggeber vorgesehene (sehr ambitionierte) Gesamtbauzeit von fünf Monaten zu Gute kam.

Insgesamt wurden auftragsgemäß folgende Massen verarbeitet:

  • Korrosionsschutz- und Beschichtungsarbeiten 3500 m².
  • Stahlbauarbeiten ca. 45 t.
  • Dach- und Fassadenverkleidung 4200m².
  • Gerüstarbeiten 22 500 m² Raumgerüste, 3500 m² Arbeitsgerüste, 650 m² verschiebbare Dacheinheiten.
  • Entwässerung/Versorgungsleitungen ca. 450 m.
  • Abbrucharbeiten 80 t.
  • Lichtband 64 m.
  • Tragwerksplanung Gerüste (Ing.-Büro Roth, Bergheim), Tragwerksplanung Dach + Fassade (Bender Ingenieurbau).

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