Wohnprojekt „High Park“ mit Hilfe von Plettac SL 100 Gerüst und Contur Modulgerüst umgesetzt

Bauwerk überspannt eine U-Bahn-Strecke

Berlin (ABZ). – Auf dem letzten verfügbaren Baugrundstück am Potsdamer Platz im Herzen Berlins entsteht mit dem HIGH PARK derzeit ein exklusiver Neubaukomplex in bester Lage. Zwei Türme und ein Riegelbau mit bis zu 14 Etagen bieten Raum für 166 Eigentumswohnungen, 58 Boarding-Appartements und neun Ladenlokale. Hochwertige Materialien, eine großzügig gestaltete Raumaufteilung und ein hausinterner 24-Stunden-Concierge-Service sollen eine besondere Lebensqualität schaffen. Mit der Errichtung der Arbeits- und Schutzgerüste wurde die Firma Gotthardt Gerüstbau GmbH aus Thyrow beauftragt. Ein kompetenter und zuverlässiger Partner in Sachen Gerüstbau, der ein besonderes Augenmerk auf Qualität sowie Flexibilität legt und die bewährten Gerüstsysteme von Altrad plettac assco GmbH aus Plettenberg, Plettac SL 100 sowie das Modulgerüst Plettac contur einsetzte. Die Pläne existieren schon seit Anfang der 1990er-Jahre und werden jetzt von einem namhaften Investor in die Tat umgesetzt. Ein anspruchsvolles Projekt, da doch die U-Bahn-Linie 2 am Mendelssohn-Bartholdy-Park überbaut werden muss und einen neuen Zugang erhält.

Fassadengerüstsystem Plettac SL100 mit innenliegender Konsole B32

In der Bauphase für das anspruchsvolle Bauwerk gab es für das Team um Firmenchef Ralf Gotthardt und den Bauleitern Hardy Prill und André Michel zahlreiche Fragen und Details zu klären und Lösungen zu finden. Von Nutzen war der enge Kontakt zum Hersteller Altrad plettac assco GmbH und Gerüststatiker Lothar Zietz aus Berlin. Die Aufgabe des Gerüstunternehmens bestand in der Schaffung eines Arbeits- und Schutzgerüstes für die Rohbauarbeiten und die anschließenden Arbeiten an Fassaden-, Fenster- und Dachflächen. Das Gerüstbauunternehmen Gotthardt entschied sich für die Verwendung des Fassadengerüstsystems SL100 mit innenliegender Konsole B32 und einer zulässigen Belastbarkeit der Lastklasse 4. Zum Schutz der Passanten wurde im Bereich der Wohntürme ein Fußgängertunnel aus dem Modulgerüst plettac contur erbaut. Darüber hinaus forderten die Berliner Verkehrsbetriebe BVG in den Bereichen der U-Bahn-Strecke eine Bekleidung mit Netzen.

15 000 m² Plettac Fassadengerüst verbaut

Während der Rohbauarbeiten wurden die etwa 15 000 m² Fassadengerüst sukzessive erstellt. Damit bereits in dieser Rohbauphase weiterführende Arbeiten wie die Fenstermontage in den unteren Bereichen stattfinden konnten, forderte das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi) eine zusätzliche Trümmerlage. Eine Gefährdung der Personen aus eventuell herabstürzenden Kleinteilen bei den Rohbauarbeiten in den oberen Geschossen sollte somit ausgeschlossen werden. Hierzu wurde in 28 m Höhe die offene Fläche zwischen Gerüst und Fassade mit Siebdruckplatten spaltfrei abgedeckt. Zudem wurden die Zugänge für Personen auf die Trümmerlage mit Stahlrohr-Kupplungsmaterial und Dachfangnetzen gesperrt. Die statische Berechnung für diese Ausführungsvariante von Lothar Zietz ergab, dass durch die hohen Vertikallasten Verstärkungen an den Innenstielen notwendig wurden. Mit parallel geschraubten Stahlrohren sind die Stiele bis zu einer Höhe von 12 m (Standhöhe 48 m), bzw. bis zu 6 m (Standhöhe 42 m), verstärkt worden. Da der gesamte Gebäudekomplex mit einer 16 cm starken Wärmedämmung versehen wird, kann eine Verankerung nach Aufbau- und Verwendungsanleitung mit kurzer Ringschraube nicht erfolgen. Die auftretenden parallelen Windkräfte übersteigen die Tragfähigkeit der langen Ringschrauben, so dass eine Alternative gefunden werden musste. Der Bauherr entschied sich für eine Ausführung mit Hennig-Gerüstankern. Diese können zwar als Gerüstdaueranker eingesetzt werden, sind für dieses Projekt jedoch nur als temporäre Lösung gedacht.

Zusatzliche Verankerung – Abfangung der Vertikalstiele

Nicht nur bei der Verankerung wurden besondere Maßnahmen erforderlich, auch bei der Abfangung der Vertikalstiele in dem Abschnitt des Riegelbaus mussten zusätzliche Vorkehrungen getroffen werden. Auf einer Länge von 8 m galt es zwölf Lagen vom Fassadengerüst mittels Stahlgitterträgern abzufangen. Hierzu wurden in zwei Ebenen Schwerlastgitterträger montiert, welche mit Hilfe von Rohrkupplungsmaterial zu einem Fachwerkträger ausgebildet wurden. Die Auflagerlasten wurden durch eine Kragarmkonstruktion um die Gebäudekante herum abgeleitet und im Anschlussbereich an das Fassadengerüst unter Verwendung von dreifach verstärkten Vertikalstielen aufgelagert.

Eine sichere Gründung der Vertikalstiele ist immer zu gewährleisten. Gerade in den Bereichen von Überbrückungen können sehr hohe Vertikallasten auftreten, die zusätzliche Maßnahmen bei der Einleitung der Vertikallasten in den Untergrund erfordern. Da sich im Aufstellbereich der Gerüste Lichtschächte und nicht ausreichend tragfähiger Baugrund befanden, mussten die Standflächen teilweise bauseits betoniert werden. Zusätzlich sind regelmäßige Kontrollen der Gründungen vorgesehen. Ein anspruchsvolles Projekt, dass die Gerüstbau Gotthardt GmbH mit Erfahrung, Kompetenz und dem perfekten Gerüstsystem spielend meistert. So entsteht auf einem historischen Areal, das im Schatten der Berliner Mauer ehemals sein Dasein fristete, der so genannte „Berliner Highpark“.

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