Kaufen, Transport & Pflege · 9 Min. Lesezeit

Gerüst transportieren: Gewicht, Fahrzeugwahl und Ladungssicherung

Ein Gerüst für ein Einfamilienhaus wiegt mehrere Tonnen. Wie Sie das Gewicht abschätzen, welches Fahrzeug passt, wie das Material verpackt und gesichert wird und was beim Abladen zu bedenken ist.

Lkw mit gebrauchtem Gerüst wird für die Lieferung beladen
Lkw mit gebrauchtem Gerüst wird für die Lieferung beladen

Beim Gerüstkauf wird oft lange über Systeme, Breiten und Preise nachgedacht und erst am Schluss über den Transport. Dann zeigt sich: Das Material für ein ganzes Haus passt nicht in einen Transporter, der geliehene Anhänger ist nach zwei Rahmenstapeln voll, und vor dem Haus gibt es keinen Platz für einen Lkw. Wer Gewicht und Volumen vorher grob kennt, plant Fahrzeug, Zufahrt und Abladen in Ruhe und spart sich Leerfahrten.

Wie schwer ist ein Gerüst?

Als Faustwert gilt: Ein Fassadengerüst wiegt grob 10 bis 20 kg je Quadratmeter Gerüstfläche. Die Spanne ergibt sich vor allem aus dem System und dem Belag. Stahlböden sind deutlich schwerer als Aluböden, breite Gerüste schwerer als schmale, und ein Gerüst mit Konsolen, Treppen oder Dachfang bringt mehr auf die Waage als ein schlichtes Basisgerüst.

GerüstflächeGewicht grobTypisches Beispiel
50 m²0,5 bis 1 tEine Giebelseite, Schornstein, kleiner Anbau
100 m²1 bis 2 tEine Traufseite eines Einfamilienhauses
300 m²3 bis 6 tEinfamilienhaus rundum
500 m²5 bis 10 tMehrfamilienhaus, mehrere Seiten
1.000 m²10 bis 20 tErstausstattung eines kleinen Gerüstbaubetriebs

Die Gerüstfläche ermitteln Sie aus Länge mal Höhe der eingerüsteten Fassade. Wie das bei Giebeln und Ecken genau geht, erklärt der Ratgeber Gerüstfläche ermitteln. Schneller geht es mit dem Gerüstkalkulator, der die Fläche aus Ihren Hausmaßen berechnet.

Neben dem Gewicht zählt die Länge

Gerüstmaterial ist nicht nur schwer, sondern auch sperrig. Die Teile sind lang, aber schmal, und lassen sich gut stapeln. Für die Fahrzeugwahl entscheidend sind die längsten Teile:

  • Rahmen: rund 2 m hoch, je nach Gerüstbreite 0,70 bis gut 1 m breit.
  • Böden, Geländer, Diagonalen, Bordbretter: so lang wie das Feld, bei den gängigen Feldlängen also bis gut 3 m.
  • Gerüstrohre und Gitterträger: können deutlich länger sein, Rohre bis 6 m.
  • Kleinteile: Kupplungen, Fußspindeln, Halter, Bolzen. Sie wiegen pro Stück wenig, in der Summe aber erstaunlich viel.

Eine Ladefläche sollte also mindestens so lang sein wie Ihre längsten Böden. Wer Gerüste mit Feldlängen von 3,07 m oder 3,00 m transportiert, braucht eine Ladefläche von mehr als drei Metern, sonst ragt die Ladung hinten hinaus.

Welches Fahrzeug für welche Menge?

Pkw mit Anhänger

Für kleine Mengen ist ein Pkw-Anhänger die günstigste Lösung, etwa für Ergänzungsteile, ein Fahrgerüst oder ein Gerüst für eine einzelne Giebelseite. Rechnen Sie aber nüchtern: Ein ungebremster Anhänger mit 750 kg zulässiger Gesamtmasse trägt nach Abzug des Eigengewichts oft nur rund 500 kg. Das reicht für grob 25 bis 50 m² Gerüst. Ein gebremster Anhänger mit größerer Nutzlast schafft entsprechend mehr.

Prüfen Sie vor der Fahrt:

  • die zulässige Anhängelast und Stützlast Ihres Pkw (Fahrzeugschein),
  • die zulässige Gesamtmasse und Nutzlast des Anhängers,
  • ob Ihre Führerscheinklasse für die Kombination aus Zugfahrzeug und Anhänger ausreicht,
  • ob die Ladefläche lang genug für Ihre Böden ist.

Überladung ist bei Gerüstteilen schnell passiert, weil der Stapel optisch klein wirkt. Wiegen lässt sich das unterwegs nicht. Bleiben Sie deshalb lieber deutlich unter der Grenze und fahren Sie zweimal.

Transporter und kleiner Lkw

Ein geschlossener Kastenwagen ist für Gerüste wenig geeignet: Die Ladefläche ist oft zu kurz, und das Beladen durch die Hecktür ist mühsam. Besser ist eine Pritsche. Kleinere Lkw mit Pritsche und Plane tragen je nach Ausführung oft um die drei Tonnen, also grob 150 bis 300 m² Gerüst. Ein Fahrzeug mit Ladekran erleichtert das Auf- und Abladen erheblich, besonders wenn Material auf Paletten oder in Gitterboxen verpackt ist.

Spedition mit Sattelzug

Ab einem Einfamilienhaus rundum aufwärts ist die Spedition meist die wirtschaftlichste Lösung. Ein Sattelzug fasst die Gerüstmenge für mehrere Häuser in einer Fahrt. Wir liefern gebrauchte und neue Gerüste per Spedition; die Fracht wird je nach Menge, Gewicht und Entfernung berechnet und kommt zum Materialpreis hinzu.

Speditionen liefern in der Regel innerhalb eines Zeitfensters und nicht auf die Minute. Sorgen Sie dafür, dass am Liefertag jemand erreichbar und vor Ort ist, der weiß, wohin das Material soll. Ein Fahrer, der niemanden antrifft, fährt im ungünstigen Fall mit der Ladung wieder ab, und eine zweite Anfahrt kostet erneut Fracht.

Entscheidungshilfe: Fahrzeug nach Gerüstmenge

GerüstflächeGewicht grobSinnvolles Fahrzeug
bis ca. 50 m²bis 1 tPkw-Anhänger, eventuell in zwei Fahrten
50 bis 200 m²0,5 bis 4 tPritschenwagen oder kleiner Lkw, idealerweise mit Ladekran
200 bis 500 m²2 bis 10 tLkw mit Kran oder Spedition
über 500 m²ab 5 tSpedition mit Sattelzug

Verpackung: Paletten, Gitterboxen, Bündel

Lose Teile auf einer Ladefläche verrutschen, verhaken sich und lassen sich nur von Hand abladen. Gut verpackt geht das Abladen mit Kran oder Stapler in Minuten. Bewährt haben sich:

  • Rahmenstapel: gleiche Rahmen flach aufeinander, auf Kanthölzern, mit Stahl- oder Kunststoffband gebündelt. Die Kanthölzer erlauben es, mit Gabeln oder Gurten darunterzufahren.
  • Bodenpaletten: Böden nach Länge sortiert in stapelbaren Gestellen oder auf Paletten, gegen Verrutschen gebunden.
  • Bündel: Geländer, Diagonalen, Bordbretter und Rohre nach Länge gebündelt, an mehreren Stellen fixiert.
  • Gitterboxen: für Kupplungen, Fußspindeln, Halter und anderes Kleinteil. Sie lassen sich mit dem Stapler aufnehmen und stapeln.

Sortierte Verpackung zahlt sich doppelt aus: beim Abladen und beim Zählen. Wer Stapel mit fester Stückzahl bildet, sieht sofort, ob die Lieferung vollständig ist. Unsere gebrauchten Gerüste kommen nach System sortiert aus dem Lager in Leipzig und werden vor dem Verladen durchgesehen.

Ladungssicherung

Gerüstteile sind glatt, schwer und haben wenig Reibung untereinander. Ein Stapel verzinkter Rahmen rutscht bei einer Vollbremsung ungebremst nach vorn. Für die Sicherung gelten einige einfache Grundsätze:

  1. Formschluss: Ladung möglichst lückenlos gegen die Stirnwand oder Bordwand stellen, damit sie gar nicht erst Anlauf nehmen kann.
  2. Niederzurren: mit ausreichend vielen Zurrgurten über die Ladung, sodass sie auf die Ladefläche gepresst wird.
  3. Antirutschmatten: unter Stapeln und zwischen Lagen erhöhen die Reibung deutlich.
  4. Kantenschutz: an Rahmenkanten, damit die Gurte nicht durchscheuern.
  5. Kleinteile in Behältern: nie lose auf die Ladefläche schütten.
  6. Überstand kennzeichnen: Ragen lange Teile nach hinten über das Fahrzeug hinaus, müssen sie nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung gekennzeichnet werden.

Verantwortlich für eine sichere Ladung sind Fahrer und Verlader. Wenn Sie selbst abholen, prüfen Sie die Sicherung vor der Abfahrt und nach den ersten Kilometern noch einmal, denn Gurte lockern sich, wenn die Ladung sich setzt.

Abladen auf der Baustelle

Klären Sie vor der Lieferung, wie das Material vom Fahrzeug kommt. Die häufigsten Varianten:

  • Ladekran am Lkw: die bequemste Lösung, sofern der Kran bis zum Ablageplatz reicht und keine Freileitung im Weg ist.
  • Stapler oder Teleskoplader vor Ort: praktisch, wenn ohnehin vorhanden, etwa auf größeren Baustellen.
  • Hebebühne am Lkw: für Gitterboxen und Paletten mit Hubwagen.
  • Von Hand: möglich, aber bei mehreren Tonnen eine Aufgabe für mehrere Personen über Stunden.

Bereiten Sie den Ablageplatz vor: ebener, fester Untergrund, Kanthölzer ausgelegt, nah am späteren Gerüst und gut erreichbar. Achten Sie auf die Zufahrt: Ein Sattelzug braucht Platz zum Rangieren und eine Straße, die sein Gewicht trägt. Muss der Lkw auf öffentlichem Grund halten, kann eine Erlaubnis der Gemeinde nötig sein. Gleiches gilt für ein Materiallager auf dem Gehweg; mehr dazu im Ratgeber Gerüst auf Gehweg und Straße.

Laden Sie in sinnvoller Reihenfolge ab: Was zuerst gebraucht wird, also Fußspindeln, Rahmen und Böden der ersten Lage, sollte vorn und gut zugänglich liegen. Teile vom Fahrzeug zu werfen, schadet dem Material genauso wie beim Abbau.

Rechenbeispiel: Einfamilienhaus rundum

Ein Haus mit 10 × 8 m Grundfläche und einer Traufhöhe von 6 m soll rundum eingerüstet werden. Das Gerüst läuft etwas weiter um das Haus herum als die Wände selbst, und die oberste Lage liegt so, dass oben bequem gearbeitet werden kann. Mit Giebeldreiecken ergeben sich grob 300 m² Gerüstfläche. Das bedeutet:

  • Gewicht grob 3 bis 6 t, je nach System und Belag.
  • Mit einem 750-kg-Anhänger wären das sechs bis zwölf Fahrten, bei weiter Strecke kaum sinnvoll.
  • Ein Lkw mit Ladekran oder eine Spedition liefert alles in einer Fahrt.
  • Ablageplatz: etwa ein Pkw-Stellplatz für Rahmenstapel, Bodenpaletten und Gitterboxen.

Wie sich ein Gerüst für ein Einfamilienhaus zusammensetzt, zeigt der Ratgeber Gerüst für das Einfamilienhaus.

Checkliste für die Selbstabholung

  • Gerüstfläche und damit Gewicht grob berechnet, Nutzlast des Fahrzeugs bekannt.
  • Ladefläche länger als die längsten Teile, Bordwände in Ordnung.
  • Ausreichend Zurrgurte, Antirutschmatten und Kantenschutz dabei.
  • Arbeitshandschuhe und Sicherheitsschuhe für alle, die beim Laden helfen.
  • Kennzeichnung für überstehende Ladung eingepackt.
  • Zuhause Ablageplatz mit Kanthölzern vorbereitet und Helfer für das Abladen organisiert.
  • Bei mehreren Fahrten: Reihenfolge festgelegt, damit zuerst das Material für die unteren Lagen ankommt.

Auf der Baustelle: die letzten Meter

Oft liegt zwischen Ablageplatz und Fassade noch ein Garten, ein schmaler Weg oder eine Treppe. Gerüstteile werden dann von Hand oder mit einer Sackkarre bewegt. Rahmen trägt man zu zweit, Böden einzeln an beiden Enden. Für Kleinteile ist eine Schubkarre oder ein Eimer praktischer als viele Einzelwege. Legen Sie das Material entlang der Fassade so aus, wie es verbaut wird: Spindeln und Rahmen an die Aufstellpunkte, Böden daneben, Geländer und Diagonalen griffbereit. Das spart beim Aufbau viel Lauferei und verhindert, dass Teile auf Beeten oder Rasen tagelang Abdrücke hinterlassen.

Abholung in Leipzig oder Lieferung

Gebrauchte Gerüste und Teile können Sie mit eigenem Fahrzeug in Leipzig abholen oder per Spedition liefern lassen. Der Ablauf ist in beiden Fällen gleich: Sie stellen Ihre Anfrage über den Anfragekorb oder den Kalkulator, erhalten eine Auftragsbestätigung per E-Mail, unterschreiben sie und zahlen per Vorkasse. Danach wird das Material verladen. Bei Selbstabholung nennen Sie uns vorher Fahrzeugart, Ladeflächenlänge und Nutzlast, damit die Verladung passt. Passende Pakete finden Sie unter gebrauchte Gerüste.

Häufige Fragen

Wie viel wiegt ein Gerüst für ein Einfamilienhaus?

Grob gerechnet wiegt ein Fassadengerüst 10 bis 20 kg je Quadratmeter Gerüstfläche. Für ein Einfamilienhaus rundum mit etwa 300 m² sind das 3 bis 6 Tonnen, je nach System und Belag.

Kann ich ein Gerüst mit dem Pkw-Anhänger abholen?

Für kleine Mengen ja. Ein ungebremster Anhänger trägt oft nur rund 500 kg, das entspricht grob 25 bis 50 m² Gerüst. Prüfen Sie Anhängelast, Nutzlast und Führerscheinklasse vorher.

Wie lang muss die Ladefläche sein?

Mindestens so lang wie die längsten Böden und Geländer, bei den gängigen Feldlängen also gut drei Meter. Gerüstrohre und Gitterträger können länger sein.

Wer lädt das Gerüst bei Lieferung ab?

Das sollte vor der Lieferung geklärt werden. Möglich sind Ladekran, Stapler vor Ort, Hebebühne oder Abladen von Hand; entscheidend sind Zufahrt, Ablageplatz und Verpackung.

Was kostet die Lieferung eines Gerüsts?

Die Fracht hängt von Menge, Gewicht und Entfernung ab und wird zusätzlich zum Materialpreis berechnet. Sie wird Ihnen mitgeteilt, bevor Sie verbindlich bestellen.

Gerüst gesucht?

Fertige Pakete mit Teileliste finden Sie unter gebrauchte Gerüste und neue Gerüste, einzelne Teile unter Gerüstteile. Für Ihr Haus rechnet der Gerüstkalkulator Fläche, Stückliste und Preis.

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