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Rahmengerüst tauschen – Umstieg auf vorlaufenden Seitenschutz

Ein Rahmen wird zum Stiel, zwei Diagonalen werden zu einer neuen: So rechnen wir den Tausch Ihres Rahmengerüsts gegen ein Stielgerüst mit vorlaufendem Seitenschutz.

Viele Gerüstbaubetriebe arbeiten seit Jahrzehnten mit Rahmengerüsten. Das Material ist bezahlt, die Kolonnen kennen jeden Handgriff, und für die gerade Fassade gibt es kaum etwas Schnelleres. Trotzdem denken immer mehr Betriebe über einen Wechsel nach. Der Grund ist meist der Seitenschutz beim Auf- und Abbau.

Für solche Betriebe gibt es bei uns ein Tauschmodell. Sie geben Ihr gebrauchtes Rahmengerüst ab und bekommen dafür das neue CETRAC MGS, ein Stielgerüst, bei dem der vorlaufende Seitenschutz fest zum System gehört. Zum Stand: lieferbar ab 2027, DIBt-Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Dieser Ratgeber erklärt, warum sich Betriebe dafür entscheiden, wie die Tauschrechnung funktioniert und wann ein Umstieg eher nicht sinnvoll ist.

Zuerst das Wichtigste: Es gibt keine Umstiegspflicht

Rahmengerüste dürfen weiterhin aufgebaut und genutzt werden. Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit, insbesondere die TRBS 2121 Teil 1, verlangen, dass Monteure auch beim Auf- und Abbau gegen Absturz geschützt werden. Beim Rahmengerüst geschieht das in der Regel mit einem Montagesicherungsgeländer, das von der darunterliegenden Lage aus eingesetzt wird, bevor jemand die nächste Lage betritt. Diese Lösung ist anerkannt und bleibt zulässig, wenn die Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers sie vorsieht.

Ein Wechsel ist also eine betriebliche Entscheidung, keine gesetzliche Notwendigkeit.

Warum Betriebe trotzdem umsteigen

Ein Arbeitsgang weniger

Das Montagesicherungsgeländer ist ein zusätzliches Bauteil. Es muss in jeder Lage eingesetzt, später wieder entfernt und eine Lage höher erneut angebracht werden. Bei einem Stielgerüst mit eingebautem vorlaufendem Seitenschutz entfällt dieses Umsetzen: Das Geländer, das später ohnehin im Gerüst bleibt, übernimmt den Schutz bereits während der Montage. Bevor jemand auf den frisch verlegten Belag tritt, ist die Absturzkante bereits zu, und es muss kein Hilfsteil hin- und hergetragen werden.

Weniger Teile auf der Baustelle

Was nicht mitgeführt werden muss, kann auch nicht fehlen. Montagesicherungsgeländer werden gern vergessen, verlegt oder sind im Lager nicht in ausreichender Zahl vorhanden. Wenn die Schutzfunktion im System steckt, fällt dieser Engpass weg.

Auftraggeber und Personal

Manche Auftraggeber legen Wert darauf, dass der Seitenschutz schon beim Aufbau ohne Zusatzteile vorhanden ist. Auch bei der Suche nach Personal kann ein modernes System ein Argument sein: Wer neu im Gerüstbau anfängt, arbeitet lieber auf einer Lage, die gesichert ist, bevor er sie betritt.

Was das CETRAC MGS ist

Das MGS ist ein Stielgerüst mit eingebautem vorlaufendem Seitenschutz. Es wird in zwei Varianten angeboten: MGS-A mit Kippverschluss, für den ein Patent angemeldet ist, und MGS-K mit Kippstift. Für beide gilt: lieferbar ab 2027, DIBt-Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Bis die Zulassung erteilt ist, wird in Deutschland für den Einsatz ein Standsicherheitsnachweis im Einzelfall benötigt. Den Überblick über alle neuen Systeme finden Sie auf der Seite neue Gerüste.

Als ungefähren Richtwert für das neue MGS nennen wir rund 49 € je Quadratmeter Gerüstfläche, netto, Stand Oktober 2026, zuzüglich Fracht und Mehrwertsteuer. Was der Tausch für Ihren Bestand konkret bedeutet, rechnen wir Ihnen im Angebot Teil für Teil vor, denn ein großer Teil Ihres Materials bleibt im Einsatz.

So wird der Tausch gerechnet

Der Tausch folgt einer einfachen Regel je Bauteil. Sie geben bestimmte Teile Ihres Rahmengerüsts ab und erhalten dafür die entsprechenden Teile des MGS.

Sie geben abSie erhalten
1 gebrauchter Rahmen1 MGS-Stiel
1 gebrauchtes Geländer1 MGS-Geländer
2 gebrauchte Diagonalen1 neue Diagonale
2 gebrauchte Bordbretter1 neues Bordbrett

Welche Teile angerechnet werden

Angerechnet werden brauchbare Teile. Rahmen mit Knicken, gerissenen Schweißnähten oder flächigem Rost zählen nicht, ebenso wenig verbogene Geländer oder Diagonalen. Sortieren Sie solche Teile vorher aus, dann stimmen Ihre Zahlen und die Zählung beim Verladen überein. Wie Sonderformen, etwa kürzere Ausgleichsrahmen oder Rahmen mit Durchgang, berücksichtigt werden, klären wir bei der Bestandsaufnahme. Hilfe beim Beurteilen gibt der Ratgeber zur Prüfung gebrauchter Gerüstteile.

Was Sie behalten

Beläge, Konsolen und Zubehör bleiben in Ihrem Bestand und werden weiter verwendet. Das betrifft gerade die teuren Teile eines Gerüsts. Ihre Böden müssen also nicht getauscht werden.

Was zusätzlich nötig ist

Ein Stielgerüst braucht Teile, die es beim Rahmengerüst so nicht gibt, etwa Auflageriegel und Längsriegel. Diese Zusatzteile werden extra berechnet. Wie viele Sie brauchen, ergibt sich aus Ihrem Bestand und Ihrer typischen Gerüstgeometrie.

Ein Rechenbeispiel

Ein Betrieb besitzt 400 Rahmen, 380 Geländer, 200 Diagonalen und 300 Bordbretter. Nach der Tauschregel ergibt das:

  • 400 MGS-Stiele für 400 Rahmen
  • 380 MGS-Geländer für 380 Geländer
  • 100 neue Diagonalen für 200 gebrauchte
  • 150 neue Bordbretter für 300 gebrauchte

Hinzu kommen die Zusatzteile wie Auflage- und Längsriegel, die separat angeboten werden. Böden, Konsolen, Anker und Spindeln bleiben im Lager des Betriebs. Ob Mengen wie in diesem Beispiel zu Ihrem Bedarf passen, sprechen wir vor dem Angebot mit Ihnen durch.

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Anfrage. Sie schicken uns über die Seite Gerüst tauschen, den Anfragekorb oder den Kalkulator Ihre Bestandsangaben: System, Mengen je Teilart, Zustand, Standort.
  2. Bestandsaufnahme. Wir klären Rückfragen, sehen uns das Material bei Bedarf vor Ort oder per Video an und legen die Mengen fest.
  3. Auftragsbestätigung. Sie erhalten eine Auftragsbestätigung per E-Mail. Verbindlich wird sie mit Ihrer Unterschrift.
  4. Verkauf des Altmaterials. Zuerst wird Ihr Rahmengerüst verkauft, abgeholt und beim Verladen gezählt.
  5. Zahlung. Für Zusatzteile gilt, wie bei allen Bestellungen, Vorkasse.
  6. Lieferung. Danach wird das neue Material per Spedition geliefert oder in Leipzig abgeholt.

Der entscheidende Punkt: Erst wird das Altmaterial verkauft, dann geliefert. Sie müssen das neue Gerüst nicht vorfinanzieren und stehen zu keinem Zeitpunkt mit doppeltem Bestand oder doppelter Kapitalbindung da.

Schrittweise umstellen

Nicht jeder Betrieb will den ganzen Bestand auf einen Schlag tauschen. Der Verkauf des Altmaterials kann auch über mehrere Jahre verteilt werden. So lässt sich zum Beispiel mit einer Kolonne beginnen, Erfahrungen sammeln und dann weiter umstellen.

Für die Buchhaltung kann es sinnvoll sein, den Verkauf auf mehrere Geschäftsjahre zu verteilen, weil der Erlös aus abgeschriebenem Material als Ertrag zählt. Ob das in Ihrem Fall Vorteile bringt, kann nur Ihr Steuerberater beurteilen. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Gerüst und Steuer.

Während der Übergangszeit arbeiten Sie mit zwei Systemen. Dann ist es besonders wichtig, beide getrennt zu lagern und zu verladen. Teile verschiedener Systeme gehören nicht in ein gemeinsames Gerüst.

Für wen sich der Tausch lohnt

Eher sinnvoll, wenn

  • Sie regelmäßig Fassaden einrüsten und die Montagezeit ein Kostenfaktor ist
  • Ihre Montagesicherungsgeländer ohnehin erneuert werden müssten
  • Ihr Rahmenbestand in brauchbarem Zustand ist, Sie aber langfristig planen
  • Auftraggeber oder Ihr eigenes Team den Wechsel wünschen
  • Sie den Umstieg ohne Vorfinanzierung und schrittweise angehen wollen

Eher abwarten, wenn

  • Sie nur gelegentlich eigene Gebäude einrüsten
  • Ihr Rahmengerüst erst vor kurzem angeschafft wurde und gut ausgelastet ist
  • Sie in den kommenden Jahren den Betrieb aufgeben oder übergeben wollen; dann ist ein reiner Verkauf des Gerüsts oft passender
  • Sie einen Einsatz vor 2027 planen und den Standsicherheitsnachweis im Einzelfall vermeiden möchten

Zeitplan: jetzt planen, ab 2027 umstellen

Weil das MGS erst ab 2027 geliefert wird, haben Sie Zeit für eine überlegte Entscheidung. Nutzen Sie sie. Gehen Sie Ihren Bestand in der ruhigeren Jahreszeit durch, trennen Sie gutes von verbrauchtem Material und überlegen Sie, welche Kolonne zuerst umstellen soll. Bis dahin arbeiten Sie wie gewohnt mit Ihrem Rahmengerüst weiter.

Wer das neue System vor Erteilung der Zulassung in Deutschland einsetzen will, braucht für jeden Einsatz einen Standsicherheitsnachweis im Einzelfall. Für die meisten Betriebe ist es deshalb sinnvoll, den Umstieg auf die Zeit nach der Zulassung zu legen und die Wochen davor für Bestandsaufnahme und Unterweisung zu nutzen.

Was sich im Arbeitsalltag ändert

Ein neues System bedeutet mehr als neue Teile im Lager. Planen Sie die Umstellung deshalb auch organisatorisch.

Unterweisung der Kolonnen

Jedes Gerüstsystem wird nach seiner eigenen Aufbau- und Verwendungsanleitung montiert. Ihre Mitarbeiter müssen vor dem ersten Einsatz in das neue System eingewiesen werden, auch wenn sie seit Jahren Rahmengerüste stellen. Die Handgriffe sind andere, die Reihenfolge der Bauteile ebenso. Rechnen Sie in den ersten Wochen mit etwas mehr Zeit pro Baustelle, bis die Abläufe sitzen.

Lager und Verladung

Stiele, Riegel und Geländer eines Stielgerüsts werden anders gestapelt und verladen als Rahmen. Prüfen Sie, ob Ihre Gestelle, Paletten und Gitterboxen dafür passen, und legen Sie feste Lagerplätze fest. Gerade in der Übergangszeit mit zwei Systemen hilft eine klare Trennung, zum Beispiel mit farbig markierten Lagerzonen.

Kalkulation und Angebote

Wenn sich die Montagezeit ändert, ändert sich auch Ihre Kalkulation. Halten Sie in den ersten Projekten fest, wie lange Auf- und Abbau tatsächlich dauern. Mit diesen eigenen Werten können Sie später realistisch anbieten, statt mit Annahmen zu arbeiten.

Was mit Ihrem Rahmengerüst passiert

Ihre Montagesicherungsgeländer brauchen Sie für das neue System nicht mehr. Sprechen Sie uns an, wenn Sie diese ebenfalls abgeben möchten; sie lassen sich zusammen mit dem übrigen Material bewerten.

Das abgegebene Material kommt in unser Lager nach Leipzig. Dort wird es nach System sortiert, durchgesehen und als Gebrauchtware an andere Betriebe oder an private Bauherren weiterverkauft. Ihr Gerüst bleibt also im Einsatz, nur eben bei jemand anderem. Für viele Käufer ist ein gut erhaltenes gebrauchtes Rahmengerüst genau das Richtige, etwa für die eigene Fassade oder als Ergänzung eines vorhandenen Bestands.

Checkliste vor der Anfrage

  • Bestand je Teilart grob erfasst: Rahmen, Geländer, Diagonalen, Bordbretter
  • Zustand eingeschätzt, beschädigte Teile aussortiert
  • Belag, Konsolen und Zubehör geprüft, die Sie behalten wollen
  • Entschieden: kompletter Tausch oder schrittweise über mehrere Jahre
  • Steuerberater zur zeitlichen Verteilung gefragt
  • Zeitplan mit Blick auf die Lieferbarkeit ab 2027 abgestimmt
  • Fotos und Mengen über die Tauschseite gesendet

Wer sich vorab genauer mit der Technik beschäftigen will, findet im Ratgeber Vorlaufender Seitenschutz die Grundlagen zu Montagesicherungsgeländer und eingebauten Lösungen.

Häufige Fragen

Muss ich mein Rahmengerüst durch ein System mit vorlaufendem Seitenschutz ersetzen?

Nein. Rahmengerüste dürfen weiter genutzt werden, wenn beim Auf- und Abbau der Absturzschutz gewährleistet ist, etwa mit einem Montagesicherungsgeländer nach Aufbau- und Verwendungsanleitung. Der Umstieg ist eine betriebliche Entscheidung.

Wie viele MGS-Teile bekomme ich für mein Rahmengerüst?

Für einen Rahmen erhalten Sie einen MGS-Stiel, für ein Geländer ein MGS-Geländer. Zwei gebrauchte Diagonalen werden zu einer neuen, zwei gebrauchte Bordbretter zu einem neuen. Auflage- und Längsriegel kommen als Zusatzteile extra hinzu.

Muss ich das neue Gerüst vorfinanzieren?

Nein. Zuerst wird Ihr Altmaterial verkauft, danach wird geliefert. Für Zusatzteile gilt wie bei allen Bestellungen Vorkasse.

Was passiert mit meinen Böden und Konsolen?

Die behalten Sie. Beläge, Konsolen und Zubehör werden beim Tausch nicht abgegeben, sondern weiter verwendet.

Ab wann ist das CETRAC MGS verfügbar?

Geplant ist: lieferbar ab 2027, DIBt-Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Bis zur Zulassung ist für den Einsatz in Deutschland ein Standsicherheitsnachweis im Einzelfall nötig.

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Fertige Pakete mit Teileliste finden Sie unter gebrauchte Gerüste und neue Gerüste, einzelne Teile unter Gerüstteile. Für Ihr Haus rechnet der Gerüstkalkulator Fläche, Stückliste und Preis.

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