Altes Gerüst verkaufen – was es wert ist und wie der Verkauf abläuft
System, Zustand, Menge und Standort bestimmen, was ein altes Gerüst bringt. So bereiten Sie den Verkauf vor und so läuft er bei uns ab.

Ein Gerüst, das nicht mehr gebraucht wird, nimmt Platz weg und verliert Jahr für Jahr an Wert, wenn es im Freien liegt. Die Gründe für einen Verkauf sind verschieden: Ein Betrieb wird aufgegeben oder übergeben, ein Malerbetrieb stellt auf Mietgerüste um, ein Bauherr ist mit seinem Haus fertig, eine Erbengemeinschaft findet zwei Lkw-Ladungen Rahmen in der Scheune. Manche Gerüstbauer wollen auch auf ein anderes System umsteigen und suchen einen Abnehmer für den Altbestand.
Wir kaufen gebrauchte Gerüste an und holen sie ab. Dieser Ratgeber erklärt, was den Preis bestimmt, wie Sie Ihren Bestand ohne großen Aufwand beschreiben und wie der Verkauf Schritt für Schritt abläuft.
Was den Wert eines gebrauchten Gerüsts bestimmt
Für gebrauchte Gerüste gibt es keinen festen Listenpreis. Der Wert ergibt sich aus wenigen Faktoren, die Sie selbst gut einschätzen können.
| Faktor | Wirkt sich günstig aus | Drückt den Wert |
|---|---|---|
| System | Verbreitetes System, für das es viele Nachkäufer gibt | Seltenes oder sehr altes System, Einzelstücke |
| Zustand | Gerade Teile, intakte Verzinkung, Böden ohne Durchbiegung | Verbogene Rahmen, flächiger Rost, morsche Holzteile |
| Vollständigkeit | Alle Teilarten in stimmigem Verhältnis | Nur Rahmen ohne Böden oder umgekehrt |
| Sortierung | Nach Teilart und Länge gestapelt | Ungeordneter Haufen, mehrere Systeme vermischt |
| Menge | Bestand, der eine Lkw-Ladung füllt | Kleinmengen, für die eine Anfahrt kaum lohnt |
| Standort | Gute Zufahrt für Lkw, Stapler vor Ort | Enge Zufahrt, Material muss von Hand getragen werden |
System
Am leichtesten lassen sich Systeme weiterverkaufen, die viele Betriebe bereits im Einsatz haben, weil diese gezielt nachkaufen. Regelmäßig nehmen wir zum Beispiel Rux Super, Hünnebeck Bosta, Plettac SL oder Layher Blitz an, bei den Modulgerüsten Layher Allround. Andere Systeme schauen wir uns gern an. Wenn Sie nicht sicher sind, was Sie haben, hilft der Ratgeber Gerüstsystem bestimmen.
Zustand
Gebrauchsspuren gehören dazu. Mörtelreste, Farbe und eine matte Zinkschicht mindern den Wert kaum. Anders sieht es bei verbogenen Rahmen, gerissenen Schweißnähten und durchgebogenen Böden aus: Diese Teile dürfen nicht mehr ins Gerüst und haben nur noch Schrottwert. Was beim Zustand zählt, beschreibt der Ratgeber Gebrauchte Gerüstteile prüfen ausführlich.
Vollständigkeit und Menge
Ein Bestand, aus dem sich ganze Gerüstflächen zusammenstellen lassen, ist mehr wert als ein Stapel einzelner Teilarten. Größere Mengen sind zudem pro Teil wirtschaftlicher abzuholen, weil die Fahrt sich auf mehr Material verteilt.
Standort
Wir holen ab. Je leichter das geht, desto besser für beide Seiten. Ein Hof, auf dem ein Sattelzug wenden kann, und ein Stapler, der Paletten und Gitterboxen hebt, verkürzen die Ladezeit erheblich. Muss jedes Teil einzeln aus einem Keller oder über eine schmale Einfahrt getragen werden, schlägt sich der Aufwand im Preis nieder.
Bestand grob schätzen statt alles zu zählen
Für eine erste Einschätzung müssen Sie nicht jedes Teil zählen. Uns reicht zunächst ein Überblick. So kommen Sie mit wenig Aufwand zu brauchbaren Zahlen:
- Stapel zählen und messen. Rahmen liegen meist in Stapeln. Zählen Sie die Teile eines Stapels einmal genau und schätzen Sie die übrigen nach Höhe.
- Nach Teilart und Länge trennen. Böden, Geländer und Diagonalen gibt es in mehreren Feldlängen. Notieren Sie, welche Längen überwiegen.
- Behälter erfassen. Kupplungen, Spindeln und Halter liegen oft in Gitterboxen. Die Anzahl der Boxen und ein Foto des Inhalts genügen.
- Fläche überschlagen. Ein Rahmen steht für ein Feld in einer Lage. Bei 2,57 m Feldlänge und 2 m Lagenhöhe entspricht das gut 5 m² Gerüstfläche. Hundert Rahmen reichen damit grob für rund 500 m².
- Fotos machen. Je ein Bild pro Stapel, dazu Nahaufnahmen der Anschlüsse und von Prägungen am Material.
Wenn Sie Gewicht oder Ladevolumen abschätzen wollen: Je nach System und Belag kommen grob 10 bis 20 kg auf jeden Quadratmeter Gerüstfläche. Stahlböden machen das Material schwerer als Aluböden.
Preis je Teil statt Pauschale
Wir vereinbaren mit Ihnen einen Preis je Teilart, zum Beispiel für einen Rahmen, einen Boden in einer bestimmten Länge oder eine Diagonale. Eine Pauschale für „alles, was auf dem Hof liegt“ wäre für beide Seiten ungenauer. Bei einer Pauschale müsste der Käufer Unsicherheiten über Menge und Zustand einpreisen. Mit Preisen je Teil bekommt jede Seite genau das, was tatsächlich übergeben wird.
Vielleicht haben Sie Faustregeln gehört, nach denen gebrauchtes Gerüst einen festen Anteil vom Neupreis bringt. Solche Regeln helfen wenig. Zwei Rahmen gleichen Alters können völlig unterschiedlich viel wert sein, je nachdem, ob sie gerade und sauber gelagert oder verbogen und rostig sind, und ob es für das System gerade viele Nachfrager gibt.
Was die Einschätzung erleichtert: Unterlagen zum Material, etwa die Aufbau- und Verwendungsanleitung, Rechnungen oder eine Bestandsliste aus der Inventur. Sie sind keine Voraussetzung, beschleunigen aber die Zuordnung.
Die Grundlage ist Ihre Bestandsbeschreibung mit Fotos. Bei größeren Mengen sehen wir uns das Material vorab vor Ort an oder lassen es uns per Video zeigen. Daraus entsteht eine Preisliste für Ihre Teilarten.
So läuft der Verkauf ab
- Anfrage stellen. Über die Seite Gerüst verkaufen schicken Sie uns Ihre Angaben: System, ungefähre Mengen, Zustand, Standort und Fotos.
- Einschätzung und Preise. Wir melden uns mit Rückfragen und einem Preis je Teilart.
- Abholtermin vereinbaren. Wir stimmen ab, wann ein Lkw kommt, wer verlädt und ob ein Stapler bereitsteht.
- Verladen und zählen. Beim Verladen wird jedes Teil gezählt. Teile, die erkennbar nicht mehr verwendbar sind, bleiben dabei außen vor oder werden gesondert erfasst.
- Abrechnung. Abgerechnet wird nach der Ladeliste, also nach dem, was tatsächlich verladen wurde, zu den vereinbarten Preisen je Teil.
Auf diese Weise gibt es keine Diskussion über Schätzungen. Die Zahl auf der Ladeliste ist die Zahl auf der Abrechnung.
Das Material vorbereiten
Ein wenig Vorarbeit beschleunigt die Abholung und verbessert die Einschätzung:
- Teile nach Art und Länge stapeln, Rahmen gleich ausrichten
- Kleinteile in Gitterboxen oder auf Paletten sammeln, nicht lose verteilen
- Fremdmaterial wie Bretter, Kanthölzer und Schrott vom Gerüstmaterial trennen
- Offensichtlich kaputte Teile schon vorab aussortieren
- Holzbeläge trocken lagern, damit sie bis zur Abholung nicht weiter leiden
- Zufahrt frei machen und den Lkw-Stellplatz festlegen
Wenn das Gerüst noch an einem Haus steht, klären Sie, wer es abbaut. Der Abbau gehört in fachkundige Hände; wie er abläuft, steht in unserem Ratgeber zum Gerüstabbau.
Typische Verkaufssituationen
Betriebsaufgabe oder Übergabe
Wenn ein Gerüstbau- oder Malerbetrieb schließt, steht oft der gesamte Bestand auf einmal zum Verkauf, dazu Fahrzeuge, Regale und Werkzeug. Hier lohnt es sich, früh zu planen. Wer ein halbes Jahr vor der Schließung anfragt, kann den Verkauf in Ruhe vorbereiten und gegebenenfalls auf mehrere Termine verteilen. Bei einer Übergabe an einen Nachfolger stellt sich eher die Frage, welcher Teil des Bestands bleibt und welcher abgegeben wird.
Überbestand im laufenden Betrieb
Viele Betriebe haben Teile, die selten oder nie zum Einsatz kommen: ein zweites System aus einer früheren Übernahme, Feldlängen, die nicht zu den üblichen Aufträgen passen, oder Böden einer Belagart, die nicht mehr verwendet wird. Solches Material bindet Kapital und Lagerfläche. Ein gezielter Verkauf schafft Platz, ohne den Kernbestand anzutasten.
Privates Gerüst nach dem Hausbau
Bauherren, die ein Gerüst für die eigene Sanierung gekauft haben, verkaufen es danach oft weiter. Typisch sind ein paar hundert Quadratmeter eines Rahmengerüsts. Für diese Menge kommt neben dem Verkauf an uns auch ein Verkauf an Privatleute in der Region in Frage. Wichtig ist bei beiden Wegen, das Gerüst vollständig und sortiert anzubieten.
Erbschaft oder Nachlass
Manchmal tauchen Gerüstteile bei einer Haushaltsauflösung auf, ohne dass jemand weiß, was es ist. Dann helfen Fotos am meisten. Wir sagen Ihnen, welches System es ist und ob sich ein Verkauf lohnt.
Selbst verkaufen oder an einen Händler?
Natürlich können Sie Ihr Gerüst auch über Kleinanzeigen anbieten. Das kann sich bei kleinen Mengen lohnen, etwa wenn ein Nachbar ein paar Felder für die eigene Fassade sucht. Bei größeren Beständen sieht die Rechnung anders aus.
Privatverkauf passt eher, wenn
- es sich um wenige Felder handelt, die ein Käufer im Pkw-Anhänger abholt
- Sie Zeit für Besichtigungen, Verhandlungen und Verladen haben
- der Bestand vollständig und als ein Gerüst verwendbar ist
Der Verkauf an uns passt eher, wenn
- der Bestand eine oder mehrere Lkw-Ladungen umfasst
- Sie alles auf einmal abgeben möchten
- Teilarten unvollständig sind oder Mengen nicht zusammenpassen
- Sie eine nachvollziehbare Abrechnung nach Ladeliste wünschen
Verkauf im Betrieb: zeitlich verteilen
Für Unternehmen ist der Verkauf von Gerüstmaterial ein steuerlicher Vorgang. Je nachdem, wie weit das Material bereits abgeschrieben ist, entsteht ein Ertrag. Es kann sinnvoll sein, einen großen Bestand nicht auf einmal, sondern in Teilmengen über mehrere Jahre zu verkaufen. Das ist bei uns möglich. Ob und wie sich das für Ihren Betrieb lohnt, klären Sie mit Ihrem Steuerberater. Mehr dazu im Ratgeber Gerüst und Steuer.
Alternative: Tausch gegen ein neues Gerüst
Wer sein Gerüst nicht ganz aufgeben, sondern modernisieren will, kann das Altmaterial gegen neues tauschen. Angeboten wird das für gebrauchte Rahmengerüste: Im Gegenzug erhalten Sie das neue CETRAC MGS, ein Stielgerüst, in das der vorlaufende Seitenschutz eingebaut ist (lieferbar ab 2027, DIBt-Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen). Zuerst wird das Altmaterial verkauft, danach wird geliefert, Sie müssen also nichts vorfinanzieren. Einzelheiten zur Tauschrechnung stehen im Ratgeber Rahmengerüst tauschen und auf der Seite Gerüst tauschen.
Checkliste für Ihren Gerüstverkauf
- System bestimmt oder Fotos der Anschlüsse und Prägungen gemacht
- Bestand grob erfasst: Rahmen oder Stiele, Böden je Länge, Geländer, Diagonalen, Kleinteile
- Zustand ehrlich beschrieben, kaputte Teile aussortiert
- Material nach Art und Länge gestapelt
- Standort, Zufahrt und Ladehilfen angegeben
- Bei Betrieben: Steuerberater zur zeitlichen Verteilung gefragt
- Anfrage mit Fotos über die Verkaufsseite abgeschickt
Häufige Fragen
Wie viel ist mein altes Gerüst wert?
Das hängt vom System, vom Zustand, von der Vollständigkeit, der Menge und vom Standort ab. Einen festen Listenpreis gibt es nicht. Schicken Sie uns eine grobe Bestandsliste mit Fotos, dann nennen wir Ihnen Preise je Teilart.
Muss ich jedes Teil vorher zählen?
Nein. Für die Einschätzung genügt eine grobe Schätzung je Teilart mit Fotos der Stapel. Genau gezählt wird beim Verladen, und danach richtet sich auch die Abrechnung.
Kaufen Sie auch kleine Mengen an?
Grundsätzlich ja, aber bei sehr kleinen Mengen lohnt sich eine Abholung oft nicht. Dann kann ein Privatverkauf in der Nachbarschaft die bessere Lösung sein. Fragen Sie trotzdem gern an.
Was passiert mit kaputten Teilen?
Teile, die erkennbar nicht mehr ins Gerüst dürfen, etwa verbogene Rahmen oder durchgebogene Böden, werden beim Verladen nicht als brauchbare Ware gezählt. Am besten sortieren Sie solche Teile schon vorher aus.
Kann ich mein Gerüst auch gegen ein neues tauschen?
Ja, ein gebrauchtes Rahmengerüst kann gegen das neue CETRAC MGS getauscht werden (lieferbar ab 2027, DIBt-Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen). Zuerst verkaufen Sie das Altmaterial, danach wird geliefert. Einzelheiten finden Sie auf der Seite Gerüst tauschen.
Gerüst gesucht?
Fertige Pakete mit Teileliste finden Sie unter gebrauchte Gerüste und neue Gerüste, einzelne Teile unter Gerüstteile. Für Ihr Haus rechnet der Gerüstkalkulator Fläche, Stückliste und Preis.